Kurz gesagt
Kaffeebohnen und Kaffeepulver gehören nicht in den Kühlschrank. Dort nehmen sie Feuchtigkeit und Fremdgerüche auf, und bei jedem Herausnehmen bildet sich Kondenswasser – das Aroma leidet. Besser ist ein dunkler, kühler Vorratsschrank. Gebrühter Kaffee dagegen ist im Kühlschrank richtig aufgehoben: Gut verschlossen hält er sich dort etwa zwei bis drei Tage.
Sollte man Kaffee im Kühlschrank aufbewahren?
Für Bohnen und Pulver lautet die Antwort: besser nicht. Die Kälte verlangsamt den Aromaverlust zwar etwas, dafür bringt der Kühlschrank drei Probleme mit sich:
- Feuchtigkeit: Kaffee zieht Feuchtigkeit an. Im Kühlschrank ist die Luft feuchter als im Vorratsschrank.
- Kondenswasser: Holst du die kalte Packung heraus, schlägt sich warme Raumluft als Wasser auf den Bohnen nieder – bei jedem Öffnen aufs Neue.
- Fremdgerüche: Kaffee nimmt Gerüche von Käse, Wurst oder Zwiebeln auf. Dein Kühlschrank riecht dann nach Kaffee, dein Kaffee aber leider nach Kühlschrank.
Wenn du deinen Kaffee trotzdem kühl lagern möchtest, gilt: Die Packung muss in einem wirklich luftdichten Behälter stecken, und du solltest sie möglichst selten herausnehmen. Wo Kaffeebohnen stattdessen am besten aufgehoben sind, erklären wir im Artikel Kaffeebohnen richtig lagern und aufbewahren.
Gehört gemahlener Kaffee in den Kühlschrank?
Nein – gemahlener Kaffee ist noch empfindlicher als ganze Bohnen. Durch die große Oberfläche nimmt Kaffeepulver Feuchtigkeit und Gerüche besonders schnell auf und verklumpt leicht. Bewahre es luftdicht verschlossen im Vorratsschrank auf und verbrauche es innerhalb von etwa zwei Wochen.
Noch besser: Kaufe ganze Bohnen und mahle sie erst kurz vor dem Aufbrühen. Alle Kaffees aus unserer Rösterei gibt es als ganze Bohne oder – wenn du keine Mühle hast – frisch gemahlen in kleinen Mengen.
Wie lange hält gebrühter Kaffee im Kühlschrank?
Übrig gebliebener Kaffee aus der Kanne gehört – anders als Bohnen – in den Kühlschrank. Fülle ihn in ein sauberes, verschließbares Gefäß, damit er keine Gerüche annimmt. Als Richtwerte gelten:
| Kaffee | Im Kühlschrank, gut verschlossen |
|---|---|
| Schwarzer Filterkaffee oder French-Press-Kaffee | etwa 2 bis 3 Tage – geschmacklich am besten am ersten Tag |
| Espresso | etwa 2 bis 3 Tage, ideal für Eiskaffee oder Desserts |
| Kaffee mit Milch | möglichst am selben Tag, höchstens 1 bis 2 Tage |
| Cold-Brew-Konzentrat | etwa 7 bis 10 Tage, verdünnt deutlich kürzer |
Riecht der Kaffee säuerlich oder muffig oder siehst du Schimmel an der Oberfläche, schütte ihn weg. Bei gekauften Kaffeegetränken und Konzentraten gelten die Angaben des Herstellers.
Kalter Espresso ist übrigens eine gute Basis für Eiskaffee. Kräftige Sorten dafür findest du bei unseren Espressobohnen.
Darf man heißen Kaffee in den Kühlschrank stellen?
Besser nicht direkt. Heißer Kaffee erwärmt den Innenraum, lässt Kondenswasser entstehen und kostet zusätzlich Strom. Das gilt für alle warmen Speisen und Getränke.
Lass den Kaffee daher erst auf Raumtemperatur abkühlen und stelle ihn dann zügig und verschlossen in den Kühlschrank. Schneller geht es, wenn du ihn aus der heißen Kanne in ein kaltes Gefäß umfüllst.
Tipp aus der Rösterei
„Kaffee vom Vortag muss nicht in den Ausguss: Friere ihn als Eiswürfel ein. Im Sommer kühlen die Kaffee-Eiswürfel deinen Eiskaffee, ohne ihn zu verwässern.“
Kann man Kaffee einfrieren?
Ja. Anders als der Kühlschrank eignet sich das Gefrierfach für längere Vorräte – vorausgesetzt, du gehst richtig vor.
Kaffeebohnen einfrieren
- Bohnen in kleine Portionen teilen, zum Beispiel für eine Woche.
- Jede Portion luftdicht verpacken.
- Die benötigte Portion am Vortag herausnehmen und verschlossen auftauen lassen. So bildet sich kein Kondenswasser an den Bohnen.
- Aufgetaute Bohnen nicht erneut einfrieren.
Gemahlenen Kaffee einfrieren
Kaffeepulver lässt sich nach demselben Prinzip einfrieren. Weil es noch empfindlicher ist, lohnt sich das Portionieren hier besonders. Öffne die Portion erst, wenn sie Raumtemperatur hat.
Gebrühten Kaffee einfrieren
Gebrühter Kaffee lässt sich im Eiswürfelbehälter einfrieren und eignet sich dann für Eiskaffee oder Kaffeegetränke. Zum pur Trinken wird er nach dem Auftauen nicht mehr so gut.
Hilft Kaffee gegen Gerüche im Kühlschrank?
Ja, das ist ein bewährtes Hausmittel. Genau weil Kaffee Gerüche so gut aufnimmt, kann er unangenehme Gerüche im Kühlschrank mildern:
- Kaffeesatz auf einem Teller ausbreiten und gut trocknen lassen, damit er nicht schimmelt.
- Den trockenen Kaffeesatz in einer offenen Schale in den Kühlschrank stellen.
- Nach einigen Tagen austauschen.
Für den Kaffeesatz eignet sich übrigens jeder Rest aus Siebträger, French Press oder Filter. Die frischen Bohnen für deine Tasse bleiben dagegen besser draußen – im dunklen Vorratsschrank.